Online Essen

Nichts so scheint es – geht mehr ohne das Internet sogar das Essen kommt online nach hause – kochen – das war gestern. Wenn wir unsere Mails abrufen sind wir meistens schon satt… von den ganzen Schinkenfleisch Mails – wobei den wenigsten Menschen dabei bewußt ist, das Spam nicht Werbemüll – sondern übersetzt Schinkenfleisch heißt.
Dennoch müssen andersgläubige keine Angst haben, Schinken ist nicht zwangsläufig vom Schwein – unsere Lebensmittelindustrie ist da kreativ – wie die vielen Skandale beweisen. Doch zurück zu den so genanten Spam– Mails die dann doch oft schweinischen Inhalts sind – ohne das ein Schwein davon wüsste oder gar daran beteiligt war, kein tierisches zumindest.  

Dann melden wir uns beim Fratzenbuch an und ohne etwas gegessen zu haben sind wir sofort satt… denn unsere 500 virtuellen Freunde haben uns über Nacht 389 Spiele und Anwendungsanfragen geschickt und uns zu 200 Veranstaltungen die Heute statt finden eingeladen…
ein open Air dort, ein open Air da, zur Beerdigung von Tante Else, zu einer Hochzeit, einem Flaschmopp im Schlick hinterm Deich, eine Dildofee lädt zur Party, Maggi ins Kochstudio, Putin die Opposition ins Arbeitslager, Assad lädt Kofi Annan zur 100 Folge „Reden ohne was zu sagen“ ins Syrische Fernsehen ein, gerade als ich diesen ganzen Müll wegklicken will entdecke ich eine Einladung nach meinem Geschmack.
Eine Einladung zum Untergang des Abendlandes – nehmen sie teil?
/ ja / nein / vielleicht / sicher / Tod sicher / OK ich gönne mir den Spaß und klicke Tod sicher – dann erscheint ein Hinweisfenster.
Alle Ihre gespeicherten digitalen Daten dürfen wir jetzt bis zur Ewigkeit speichern und verwerten – im Gegenzug wird Ihr biologisches Profil gelöscht!

Dieser Vorgang kann einige Zeit dauern und kann nicht Rückgängig gemacht werden.
Erstarrt schaue ich auf den Bildschirm und nach einigen Sekunden die mir wie eine Ewigkeit vorkamen stürzt mein Rechner ab – jetzt denke ich ist alles aus.
Einen Augenblick später begreife ich …. ich hab Schwein gehabt – ich lebe – ja ich lebe.
Der Rechner kommt auch wieder zu sich … ups.. das hätte nicht passieren dürfen.. lese ich da … sofort ziehe ich den Stecker und male mir aus – was wäre wohl jetzt – wenn das Läppi nicht just in diesem Moment abgeschmiert wäre.

Nun habe ich einen Grund zum feiern wo ich doch quasi gerade noch einmal mit meinem Leben davon gekommen bin. Jetzt einen guten Wein, ein gutes Essen mit Freunden das wäre es.
Unter der Spüle in der Küche entdecke ich eine Flasche Wein aber im Gefrierschrank grinst mich Gefrierbrand mit Eiseskälte und leere an.
Um meine Freunde einzuladen müsste ich wieder online gehen.
„Schöne neue Welt“.
Der Hunger meldet sich und ich kann die Karte von der Pizzeria nicht finden, immer wieder taucht eine Werbung aus dem Netz vor meinen Augen auf – „Essen online – online Essen“
Bevor ich wie Alf versuche meinen Kater zu essen starte ich das Läppi, klicke auf online Essen, wähle ein Menü aus, zahle mit meiner „Korruptia Ex z ess Card“ In der Bestätigungsmail steht: Menü im Anhang als PDF zum Ausdrucken.

Guten Appetit wünscht ihnen das Team von Online Cousine!

Mein verstaubte Drucker rattert die Patronen sind schon etwas eingetrocknet – die Vorspeise ist ja total verpicselt und der Hauptgang wird im unappetitlichen schwarz-weiß gedruckt und beim Dessert raucht mir auch noch der Drucker ab.

Dann geht ein Fenster auf mit dem Hinweis das meine Ex ess Card bei jedem weiteren Ausdruck mit 25 Dollar belastet wird. Thank`s for enjoy „Online Cousine“!

In diesem Moment überlege ich noch einmal kurz ob es vielleicht besser gewesen wäre mein Rechner wäre nicht abgestürzt – oder er hätte sich besser für immer verabschiedet.
Doch dann liebe Freunde gäbe es diese Kolumne nicht und ihr würdet jetzt verhungern – denn Satire ist bekanntlich Nahrung für die Seele.

Viel Spaß beim verdauen wünscht Euch mit knurrenden Magen bis zum nächsten mal Euer Franz Zehnbier.

Klopf Klopf – Franz hast du Zeit? Wir wollen Grillen, kommst du mit rüber?
Ich bin gerettet – zumindestens für heute!

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