Die DDR „Schlachteplatte“ ist tot!

Eine Betrachtung zum 3.Oktober – 21 Jahre „Deutsche Einheit“.
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„Deutsche Einheit“ ein Begriff der wie ich finde nicht wirklich passt. Besser wäre doch 21 Jahre „Deutsche Vielfalt“ – haben doch gerade die Menschen aus der ehemaligen DDR den Einheitsbrei der Einheitspartei 40 Jahre fast bis zum Ersticken schlucken müssen.
Dem Herrn Mittag damals seines Zeichens DDR Wirtschaftsminister viel auch nichts besseres ein. Eines schönen Tages – als das Volk  sich nicht mehr mit dem Einheitsbrei vollstopfen lassen wollte – machten die Arbeiter und Bauern ein bäuerchen und die Mauer viel einfach um.

Dann kam ein riesiger Kohlkopf aus dem „Westen“ auf sie zugerollt, der gab jedem hundert Mark, redete von blühenden Landschaften und versprach Ihnen einen neuen Einheitsbrei, dieses mal in einer bunten Verpackung * mit Geschmacksverstärker.

Wir können nur von Glück reden, dass es dank der Arbeit der Treuhand und der Korruption nicht dazu gekommen ist.
Was wäre unser Land ohne die vielen verschiedenen regionalen Kuriositäten an Bräuchen, Traditionen, Dialekten und Speisen und Getränken?

Die DDR Einheitsbrei „Schlachteplatte“ ist tot! Es lebe die „Deutsche Vielfalt“ Saumagen, Kalbsbies, Spätzle, Leberkaas, Weißwurst, Thüringer Rostbratwurst, Knackwurst, Spreewalder Gurken und was man noch alles so kulinarisch in unserem Lande entdecken kann. Zusätzlich bereichern Einwanderer und Immigranten unsere Tafel mit Döner, Pizza, Gyros, Falafel, Mitsch, Pelmeni, Soljanka, Cevapcici, Chinapfanne, Sushi und vielem mehr.

Deutschland ist kulinarisch gesehen ein Schlaraffenland und wer gerne und gut Essen mag wie ich und immer neugierig auf neues ist, muss weil liebe bekanntlich durch den Magen geht, dieses Land lieben.

Genau betrachtet ist unser Land ein riesiger Pool von Menschen, die alle ganz verschieden sind und unterschiedliche Wurzeln haben. Die Sprache verbindet uns – aber „den Deutschen“ gibt es nicht. Und das ist gut so!

Gerade bei der Abstimmung zum Euro Rettungsfond haben wir erleben dürfen, dass es selbst unter Politikern noch Menschen gibt. Menschen mit einem Mandat vom Volk, mit einer klaren eigenen Meinung. Fast 22 Jahre nach dem Fall der Mauer lässt das hoffen.

Apropos Mauer so schnell wie man sie beseitigte, so schnell errichteten die Medien Mauern in den Köpfen der Menschen. Diese Mauern aus Missgunst und Neid sind zäher und haltbarer als der Asbeststahlbeton aus der DDR.

Dort wo einst die Mauer stand hat sich neues Leben entwickelt, doch bis das auch in den letzten Köpfen der Menschen in unserem Land passiert werden leider noch einige Jahrzehnte vergehen.
Klar ist – damit schaden wir uns nur selbst. Ohne Mauern in den Köpfen, können wir gemeinsam viel mehr bewegen, unsere Zukunft gemeinsam gestalten statt in einem EU Einheitsbrei unter zu gehen.

Mit einem deutlichen nein – zu einer „Deutschen Einheit“ und dem ganzen Gleichschaltungswahn, verbleibe ich froh und glücklich dank der Vielfalt in unserem Lande, wachsam bis zur nächsten Woche Euer Franz Zehnbier.

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